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Sie trotzte so manchem Sturmangriff
Die Feste Dilsberg ist heute ein beliebtes Reiseziel und zieht alljährllich 100 000 Besucher an
Idyllisch auf einem Hügel inmitten eines Bogens des Neckars liegt die Feste Dilsberg. An den steilen Hängen und den stabilen Stadtmauern scheiterten so mancher Belagerungsarmeen. Heute lockt der prächtige Ausblick über den Odenwald und im Süden bis weit in den Kraichgau.
Die einzigartige Lage hat schon jeden gereizt: Gewaltig und mächtig erhebt sich die hochgelegene Feste Dilsberg. Freier Rundblick über das Neckartal, ein kaum vergleichbarer grandioser Ausblick weit hinein in den Kraichgau.
Sie zählt zum historischen Kern des deutschen Südwestens, hatte im Mittelalter zentrale Verwaltungsaufgaben für die umliegenden Gerichtsbezirke, wurde Sitz eines pfälzischen Unteramtes.
Heute zieht sie viele Besucher an.
In früheren Jahrhunderten bot sie Zuflucht zum Beispiel dem Kurfürsten drüben in Heidelberg, wenn es dem dort zu brenzlig wurde, war zugleich Ausgangsort für prunkvolle Jagden – und diente immer wieder als Gefängnis.
Seit Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Burg zur Festung ausgebaut, blieb natürlich von den Wirren des 30-jährigen Krieges nicht verschont, wurde wie Heidelberg vom kaiserlichen Feldherrn Tilly belagert. Die Festung überstand so manchen heftigen Angriff. Sie konnte mitunter auch nicht durch eine lange Belagerung zur Aufgabe gezwungen werden, ja den Verteidigern gelang sogar manchmal, feindliche Schiffe auf dem Neckar zu versenken. Die fuhren mit Proviant und Kriegsgerät den Neckar hinunter Richtung Heidelberg.
Die Besatzung in der Feste Dilsberg leistete auch den heranbrandenen Truppen im Dreißigjährigen Krieg tapfer und erfolgreich Widerstand, konnte in der Nacht vom 16. auf den 17. April 1621 sogar einen Sturmangriff der Truppen des kaiserlichen Feldherrn Tilly abwehren. Genutzt allerdings hat es nicht viel. Letztlich eroberte er die Festung auf dem Berg.
Der berüchtigte französische General Mélac, der während der pfälzischen Erbfolgekriege die Kurpfalz gründlich zerstören und das Heidelberger Schloß in die Luft sprengen ließ, besetzte 1690 zwar auch Dilsberg, zog aber wieder aus dem Ort – ohne ihn zerstört zu haben. Die letzte militärisch bedeutende Aktion geschah 1799: Ein französischer Revolutionstrupp versuchte, den Dilsberg zu stürmen. Vergeblich.

Dilsberger Notwehr: Biologische Waffen. Die Dilsberger sollen früher gefüllte Bienenkörbe über die Mauer hinab auf die Feinde geworfen haben.
Napoleon überzog Europa mit seinen Kriegen, besetzte auch die Pfalz. Dilsberg wurde zu einer Invaliden-Garnison. Bis zu 120 Mann waren in dieser Kompanie untergebracht, einer der größten pfälzischen Invaliden-Standorte.
Nach den napoleonischen Kriegen wurde Dilsberg dem neuen Land Baden zugeschlagen, auf die Ämter Neckargemünd und Schwarzach aufgeteilt. Militärisch war die Feste auf dem Berg bedeutungslos geworden.
In der Zeit der französischen Revolutionen diente sie als pfälzisches Staatsgefängnis. Noch in badischer Zeit war bis 1813 ein Militärgefängnis untergebracht.
Dabei allerdings blieb es nicht lange. 1822 wurde das Schloß zum Abbruch freigegeben. Die Bevölkerung aus der Umgebung holte sich Baumaterial für ihre Häuser aus der Burg. Dabei wurde der Grafenpalas bis auf das Gewölbe abgetragen, das erst 70 Jahre alte Amtshaus ganz, die Mauer und die Vorburg zum Teil abgetragen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verarmte die Gemeinde Dilsberg genauso wie viele andere. Die Landwirtschaft, der Haupterwerbszweig, daneben ein wenig Kleingewerbe und harte Arbeit in den Steinbrüchen des Neckartales, brachte immer weniger ein. Um 1850 wanderten viele Dilsberger nach Amerika aus.
Wiederbelebt wurde die Burg um 1895, als Studenten, Jugend- und Wanderbewegung raus aus grauer Städte Mauer wollten und sich idyllische Flecken suchten. Sie stießen auch auf Dilsberg, waren von der Burgenherrlichkeit begeistert und richteten im Torturm eine Unterkunft ein, der Vorläufer der Jugendherberge. Dilsberg – damals ein beliebter Zielpunkt der Wanderfreunde und Burschenschaftler.
Heute hat sich Dilsberg zu einer begehrten Wohngemeinde gemausert. Über 100 000 Besucher kommen in jedem Jahr auf den Dilsberg, genießen den Ausblick und die Einzigartigkeiten, verursachen gleichzeitig aber auch erhebliche Verkehrsprobleme, ist aber dennoch nicht so überlaufen wie Heidelberg.
Immerhin wurden Burganlage und Brunnenstollen saniert, der Schloßgarten angelegt. Dilsberg kann seine Gäste und Besucher würdig empfangen.
Heute auch mit einem Kulturzentrum im Dilsberger Kommandantenhaus, in dem ‚Kultur am Dilsberg’ stattfindet.











